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Legasthenie / Dyslexie / Lese- Rechtschreibschwäche


Eine Legasthenie kann man in der Regel nicht heilen. Aber mit Hilfe einer gezielten und frühen Förderung bei speziell ausgebildeten Therapeuten lassen sich die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben deutlich vermindern. Das Kind ist mit Unterstützung der Therapeutin in der Lage, Strategien zu entwickeln und lernt, mit dem Problem umzugehen.

Eine Legasthenie- bzw. Dyslexie-Therapie benötigt einen ungefähren Zeitrahmen von 1 ½ Jahren.
Die Therapie erfordert zusammenhängende Zeitfenster für ein kontinuierliches Training.
Dieses erfolgt in Abschnitten von sechs Monaten mit je einer Einheit pro Woche oder in zwei Blöcken von je drei Monaten Intensivtraining mit zwei wöchentlichen Therapieeinheiten pro Jahr. Ferienzeiten ausgenommen.

Um eine allfällige Diagnose stellen zu können, müssen wir mittels Tests und im Gespräch folgende Punkte erfassen und klären:

   

Lese- und Rechtschreibleistung

Leistungen in weiteren Fächern (Schulbericht)

Sprachentwicklung

Entwicklung der Feinmotorik

Erfassung von Teilleistungsschwächen

Aufmerksamkeit und Konzentration

Motivation

Intelligenz (sprachlich und sprachfrei)

Sozialverhalten und soziale Situation in der Klasse

Familiäre Situation

Allfällige Klassen- und/oder Schulwechsel

Bereits erfolgte oder laufende therapeutische Massnahmen und/oder Fördermassnahmen

Fachärztliche Abklärung auf mögliche Sehfehler

Kinder, die keine Legasthenie/Dyslexie/LRS-Diagnose erhalten, aber trotzdem Schwächen beim Schriftspracherwerb zeigen, haben ebenfalls Anrecht auf Förderung. Diese erfolgt je nach Abklärungsergebnis auf individuelle Art.

Achtung: Es gibt keine Fehler, die ausschliesslich von Legasthenikern gemacht werden, keine Legasthenie typischen Auffälligkeiten, die eindeutig auf eine Diagnose hinauslaufen. Es ist das Ausmass der Fehler, das die Störung ausmacht.

 

 

Wie erkenne ich Legasthenie bei meinem Kind?

Die meisten Legastheniker werden etwa zehn der nachfolgenden Merkmale und Verhaltensmuster aufweisen. (Merkmale der Legasthenie nach R. Davis)
Diese Erscheinungsformen können von Tag zu Tag oder sogar von Minute zu Minute unterschiedlich sein und sich ständig wandeln.
Das Beständigste bei Menschen mit Legasthenie ist diese Unbeständigkeit.

 

Allgemein

Erscheint begabt, sehr intelligent und redegewandt, kann aber nicht angemessen lesen oder schreiben.

Wird faul, dumm, schlampig, unreif, ungenügend motiviert oder verhaltensauffällig genannt.

Ist nicht genügend «schlecht» oder im Rückstand, um in der Schule zusätzliche Hilfe zu bekommen.

Hoher IQ, aber schlechte Prüfungsergebnisse; mündlich gute Leistungen aber schriftlich nicht.

Hat das Gefühl dumm zu sein, niedriges Selbstwertgefühl; versteckt oder überspielt Schwächen mit ausgeklügelten Strategien, leicht frustriert und emotional, wenn in der Schule gelesen oder geprüft wird.

Talentiert im Bereich Kunst, Schauspiel, Musik, Sport, Mechanik, Geschichten erzählen, Verkauf, Geschäft, Entwurf, Bauen, Ingenieurskunst.

Scheint «abwesend» zu sein, verliert sich in Tagträumen, verläuft sich leicht oder verliert den Bezug zur Zeit.

Hat Schwierigkeiten, aufmerksam zu sein, scheint hyperaktiv oder «träumt» viel.

Lernt am leichtesten durch eigene Erfahrung, Vorführungen, Experimentieren, Beobachten und bildhaften Unterricht.

 

Sehen, Lesen, Rechtschreibung

Beklagt sich über Schwindelgefühl, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen beim Lesen.

Verwirrt durch Buchstaben, Zahlen, Worte, Reihenfolgen oder verbale Erklärungen.

Lesen oder Schreiben weist Wiederholungen, Zusätze, Verschiebungen, Auslassungen, Austauschen und Verdrehen von Buchstaben, Zahlen und / oder Worten auf.

Behauptet, nicht vorhandene Bewegungen zu sehen oder zu fühlen beim Lesen, Schreiben oder Abschreiben.

Scheint Probleme mit dem Sehen zu haben, die aber in Untersuchungen nicht bestätigt werden.

Sieht sehr gut und aufmerksam oder es fehlt Tiefenschärfe und das periphere Gesichtsfeld ist eingeschränkt.

Liest, oft auch mehrmals, ohne Verständnis.

Buchstabiert phonetisch und nicht gleichbleibend.

 

Hören und Sprache

Hört breitgefächert, hört Dinge, die nicht gesagt wurden oder anderen nicht auffallen, leicht durch Geräusche ablenkbar.

Hat es schwer, Gedanken in Worte zu fassen, spricht in Teilsätzen, vollendet Sätze nicht, stottert als Reaktion auf Stress, spricht lange Worte falsch aus, vertauscht Teilsätze, Worte und Silben beim Sprechen.

 

Schreiben und Motorik

Schwierigkeiten beim Schreiben oder Abschreiben; Stifthaltung ungewöhnlich, Handschrift ungleich oder unleserlich.

Ungeschickt, schlechte Motorik, für Ball- oder Mannschaftsspiele unbegabt, Schwierigkeiten mit Fein / Grobmotorik, Übelkeit beim Fahren oder auch leicht seekrank.

Kann beidhändig sein, verwechselt oft rechts / links, über / unter.

 

Mathematik und Zeit

Lernt nur schwer die Uhr zu lesen, die Zeit einzuteilen, die richtige Abfolge von Informationen oder Aufgaben einzuhalten, pünktlich zu sein.

Ausrechnen geschieht unter Mithilfe der Finger und anderer Tricks, weiß die Antworten, kann den Lösungsweg aber nicht schriftlich aufzeigen.

Kann zwar zählen, aber das Feststellen einer Menge oder Zählen von Geld ist schwierig.

Kann rechnen, aber nicht Textaufgaben lösen, versteht Algebra oder höhere Mathematik nicht.

 

Erinnern und Erkennen

Sehr gutes Langzeitgedächtnis für Erlebtes, Orte und Gesichter.

Reihenfolgen, Fakten und Informationen, die nicht auf Erfahrungswissen beruhen, werden schlecht erinnert.

Denkt hauptsächlich in Bildern und Gefühlen, nicht mit dem Klang von Worten (wenig innerer Dialog).

 

Verhalten, Gesundheit, Entwicklung und Persönlichkeit

Sehr unordentlich oder zwanghaft ordentlich.

Kann der Klassenclown, Unruhestifter oder auch zu still sein.

Zu frühe oder zu späte Entwicklungsphasen (sprechen, kriechen, gehen, Schuhe binden).

Neigt zu Ohrenentzündungen, Unverträglichkeit von Lebensmitteln, Nahrungsmittelzusätzen und chemischen Produkten.

Schläft möglicherweise zu tief oder zu leicht, sehr langes Einnässen.

Ungewöhnlich hohe oder niedrige Schmerzempfindlichkeit.

Ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl, emotional empfindlich, strebt nach Perfektion.

Fehler und Symptome nehmen bei Verwirrung, Zeitdruck, emotionalem Stress oder schlechter Gesundheit dramatisch zu.

 

Legasthenie-Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO)


Legasthenie bzw. Lese- und Rechtschreibstörung bezeichnet eine Störung im Erlernen der Schriftsprache, die nicht durch eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklungs-, Milieu- oder Unterrichtsbedingungen erklärt werden kann. Vielmehr ist die Legasthenie das Ergebnis von Schwächen der Wahrnehmung und deren Verarbeitung sowie der Motorik. Dabei handelt es sich um vererbte Anlagen oder Einwirkungen von aussen, die Entwicklungsstörungen von Teilfunktionen des zentralen Nervensystems hervorrufen. Da die Lese- und Rechtschreibstörung von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als schulische Entwicklungsstörung anerkannt ist und im Diagnoseklassifikationssystem ICD-10 steht, sind sowohl die Lesestörung als auch die Rechtschreibstörung medizinische Diagnosen. Der Begriff „Legasthenie“ findet sich nicht in der ICD-10, jedoch ist damit in der Regel die Lese- und Rechtschreibstörung gemeint.

 

Abgrenzung zur Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)


Die Begriffe Legasthenie, Dyslexie, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, Lese-Rechtschreibstörung oder kurz LRS haben für viele Menschen die gleiche Bedeutung, weshalb sie häufig synonym verwendet werden. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied: Im Gegensatz zur Legasthenie bzw. Lese- und Rechtschreibstörung handelt es sich bei Lese-Rechtschreib-Schwäche und Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten um pädagogische Bezeichnungen. Sie machen deutlich, dass leserechtschreibschwache Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht unheilbar krank sind, sondern mit einer geeigneten Förderung lesen und rechtschreiben lernen können. Der Begriff „Störung“ kann stigmatisieren und insbesondere Kinder glauben lassen, dass sie aus medizinischen Gründen keinen Zugang zum Lesen und zur Rechtschreibung haben. Oft führt diese Annahme zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung, die die Beschulung, Förderung und Lerntherapie zusätzlich erschwert.

Als Ursache der Legasthenie bzw. Lese- und Rechtschreibstörung werden meist Wahrnehmungsstörungen angenommen, während eine Lese-Rechtschreib-Schwäche auch bei nicht wahrnehmungsgestörten Kindern vorliegen kann, die beispielsweise Unterricht versäumt haben oder mit einer Unterrichtsmethode (z.B. „Schreiben nach Gehör“) nicht zurechtkommen. Bei einer leichten LRS kann guter Nachhilfeunterricht zu Erfolgen führen; bei Legasthenie bzw. Lese- und Rechtschreibstörung ist in jedem Fall eine Lerntherapie angezeigt.



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